Was ist RoRo-Verschiffung? Der komplette Einsteigerguide 2026

April 13, 2026
Lesezeit: 5 minutes

RoRo steht für „Roll-on/Roll-off" und bezeichnet eine Verschiffungsmethode, bei der rollbare Ladung – also Fahrzeuge, Baumaschinen oder Sattelauflieger – über eine Rampe direkt auf das Schiff gefahren wird. Im Gegensatz zum Containertransport braucht es keinen Kran und keinen Container. Das macht RoRo schnell, kostengünstig und besonders schonend für die Ladung. Die Methode eignet sich für alle, die Fahrzeuge oder rollbare Güter international verschiffen möchten – vom Einzelexport bis zum Flottenversand.

Kurzantwort in 5 Bullet Points

  • RoRo bedeutet Roll-on/Roll-off: Fahrzeuge und Maschinen rollen eigenständig oder per Schlepper auf das Schiff.
  • Kein Container nötig – die Ladung fährt über eine Heckrampe direkt an Bord.
  • Geeignet für PKW, LKW, Baumaschinen, Landmaschinen, Wohnmobile und Sattelauflieger.
  • RoRo ist in der Regel günstiger und schneller als Containerverschiffung bei rollbarer Ladung.
  • Über 100 internationale Routen verbinden Europa mit Afrika, Asien, Amerika und dem Nahen Osten.

Wie funktioniert RoRo-Verschiffung genau?

Das Prinzip hinter RoRo ist denkbar einfach: Dein Fahrzeug oder deine Maschine wird zum Hafen gebracht, dort beim Terminal angemeldet und anschließend über eine Rampe auf das Schiff gefahren. An Bord wird die Ladung gesichert – entweder durch Zurrgurte, Bremskeile oder spezielle Halterungen auf dem Fahrzeugdeck.

Am Zielhafen läuft der Prozess umgekehrt ab: Die Ladung rollt über die Rampe vom Schiff und wird an den Empfänger übergeben. Zwischen Verladung und Entladung liegt je nach Route eine Transitzeit von wenigen Tagen bis zu mehreren Wochen.

Für dich als Versender bedeutet das: weniger Handling, weniger Umschlagpunkte und damit ein deutlich geringeres Beschädigungsrisiko als bei vielen alternativen Transportmethoden.

Welche Fahrzeuge und Güter kann man per RoRo verschiffen?

Grundsätzlich eignet sich RoRo für alles, was rollen kann – entweder aus eigener Kraft oder mithilfe eines Schleppers bzw. MAFI-Trailers. Dazu gehören:

  • PKW und Geländewagen (Neu- und Gebrauchtwagen)
  • LKW, Transporter und Sattelzugmaschinen
  • Baumaschinen wie Bagger, Radlader und Krane
  • Landwirtschaftliche Maschinen (Traktoren, Mähdrescher)
  • Wohnmobile und Camper
  • Busse und Spezialfahrzeuge
  • Anhänger und Sattelauflieger
  • Projektladungen auf MAFI-Trailern (z. B. Generatoren, Transformatoren)

Selbst Fahrzeuge, die nicht fahrtüchtig sind, können per RoRo verschifft werden – vorausgesetzt, sie sind lenkbar und können geschleppt werden. Mehr dazu findest du in unserem Beitrag zu den Vorteilen und Nachteilen der RoRo-Verschiffung (https://odsorient.com/roro-verschiffung-vorteile-und-nachteile).

Was ist der Unterschied zwischen RoRo und Containerverschiffung?

Die beiden häufigsten Methoden für den internationalen Fahrzeugtransport sind RoRo und Container. Hier die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick:

KriteriumRoRoContainer
VerladungÜber Rampe (rollend)Per Kran in Container
GeschwindigkeitSchnell (weniger Handling)Langsamer (mehr Schritte)
KostenOft günstiger bei rollbarer LadungGünstiger bei Kleinteilen/Stückgut
BeschädigungsrisikoGering (wenig Umschlag)Höher (Kran, Stauen)
Persönliche GegenständeIn der Regel nicht erlaubtMöglich (im Container)
FlexibilitätNur rollbare GüterAlle Güterarten

Einen ausführlichen Vergleich beider Methoden findest du in unserem Artikel RoRo vs. Container: Wann lohnt sich welche Lösung wirklich? (https://odsorient.com/roro-vs-container-wann-lohnt-sich-welche-loesung-wirklich).

Wie läuft eine RoRo-Verschiffung Schritt für Schritt ab?

Der typische Ablauf einer RoRo-Verschiffung gliedert sich in sechs Schritte:

1. Angebot einholen: Du kontaktierst einen spezialisierten RoRo-Spediteur und übermittelst die Fahrzeugdaten: Maße (Länge, Breite, Höhe), Gewicht, Abholort und Zielhafen.

2. Buchung und Dokumentation: Nach Angebotsbestätigung werden die Transportdokumente vorbereitet – darunter die Handelsrechnung, das Bill of Lading (B/L) und ggf. Exportzolldokumente.

3. Anlieferung am Hafen: Das Fahrzeug wird zum vereinbarten Terminal gebracht. Dort erfolgt das Gate-In: eine Eingangsinspektion mit Fotodokumentation.

4. Verladung: Das Fahrzeug fährt oder wird über die Rampe auf das Schiff gefahren und dort gesichert.

5. Seetransport: Während der Überfahrt kannst du den Status deiner Sendung in der Regel online verfolgen – per Tracking über VIN-Nummer oder B/L-Nummer.

6. Entladung und Abholung: Am Zielhafen rollt das Fahrzeug vom Schiff. Nach der Zollabfertigung kann es abgeholt oder weitertransportiert werden.

Was kostet eine RoRo-Verschiffung?

Die Kosten für eine RoRo-Verschiffung hängen von mehreren Faktoren ab und lassen sich nicht pauschal beziffern. Die wichtigsten Kostentreiber sind:

  • Fahrzeugmaße (Länge × Breite × Höhe in Metern) – abgerechnet wird nach Kubikmeter (cbm)
  • Gewicht – besonders relevant bei schweren Baumaschinen
  • Route und Zielhafen – Transitzeit und Verfügbarkeit beeinflussen den Preis
  • Saisonale Nachfrage – in Hochphasen steigen die Frachtraten
  • Zusatzleistungen – z. B. Vorlauf zum Hafen, Versicherung, Zollabwicklung

Für eine verlässliche Kalkulation empfehlen wir, ein individuelles Angebot anzufragen. So erhältst du einen Preis, der exakt auf deine Ladung und Route zugeschnitten ist. Kontaktiere uns direkt unter https://odsorient.com/kontakt.

Welche Routen sind per RoRo verfügbar?

Ab europäischen Häfen wie Bremerhaven, Hamburg, Antwerpen oder Southampton erreichst du per RoRo nahezu jeden wichtigen Zielmarkt weltweit. Die gängigsten Verbindungen:

  • Europa → Naher Osten (Jeddah, Dammam, Dubai, Sharjah)
  • Europa → Westafrika (Lagos, Tema, Dakar, Abidjan)
  • Europa → Ostafrika (Mombasa, Dar es Salaam)
  • Europa → Südamerika (Santos, Buenos Aires, Cartagena)
  • Europa → Nordamerika (New York, Houston, Halifax)
  • Europa → Asien (Singapur, Bangkok, Yokohama, Shanghai)
  • Europa → Ozeanien (Melbourne, Auckland)

Die Transitzeiten variieren je nach Destination. Nach Jeddah dauert es ab Bremerhaven beispielsweise rund 14–18 Tage, nach Südamerika etwa 18–28 Tage und nach Asien 25–40 Tage.

Für wen eignet sich RoRo-Verschiffung besonders?

RoRo ist nicht nur für große Unternehmen interessant. Die Methode eignet sich für ein breites Spektrum an Versendern:

  • Autohändler und -exporteure, die regelmäßig Fahrzeuge ins Ausland verkaufen
  • Bauunternehmen, die Maschinen auf internationale Baustellen liefern
  • Landwirtschaftsbetriebe, die Traktoren oder Erntemaschinen exportieren
  • Privatpersonen, die ihr Fahrzeug bei einem Umzug ins Ausland mitnehmen
  • Speditionen und Logistikdienstleister, die ihren Kunden Fahrzeugtransporte anbieten
  • OEMs und Flottenmanager, die Serienlieferungen organisieren

Worauf solltest du bei der Wahl eines RoRo-Spediteurs achten?

Nicht jeder Spediteur ist auf RoRo spezialisiert. Damit deine Verschiffung reibungslos verläuft, solltest du auf folgende Punkte achten:

  • Erfahrung mit RoRo-Transporten und dem jeweiligen Zielmarkt
  • Transparente Kommunikation zu Kosten, Ablauf und Dokumenten
  • Eigenes Tracking-System oder Statusupdates während des Transports
  • Unterstützung bei Zolldokumentation und Exportformalitäten
  • Persönliche Ansprechpartner statt automatisierter Prozesse

FAQ – Häufig gestellte Fragen zur RoRo-Verschiffung

Was bedeutet RoRo?

RoRo ist die Abkürzung für „Roll-on/Roll-off". Es beschreibt ein Verladeprinzip, bei dem Fahrzeuge und rollbare Güter über eine Rampe auf das Schiff fahren – ohne Kran oder Container.

Ist RoRo günstiger als Container?

Für rollbare Ladung ist RoRo in den meisten Fällen die günstigere Option, da weniger Handling und kein Container benötigt wird. Bei Kleinteilen oder nicht-rollbarer Ladung kann der Container jedoch wirtschaftlicher sein.

Kann ich persönliche Gegenstände im Fahrzeug lassen?

In der Regel nein. Die meisten Reedereien und Zollbehörden erlauben keine persönlichen Gegenstände im Fahrzeug bei der RoRo-Verschiffung. Alles, was sich im Innenraum befindet, muss vorher entfernt werden.

Wie lange dauert eine RoRo-Verschiffung?

Die reine Transitzeit liegt je nach Route zwischen 7 und 40 Tagen. Hinzu kommen Vorlaufzeiten für Dokumentation, Gate-In und Zollabfertigung am Zielhafen. Insgesamt solltest du mit 3–8 Wochen rechnen.

Brauche ich eine Transportversicherung für RoRo?

Eine Transportversicherung ist nicht gesetzlich vorgeschrieben, wird aber dringend empfohlen. Die Haftung der Reederei ist in der Regel auf einen Bruchteil des Fahrzeugwerts begrenzt. Eine All-Risk-Versicherung schützt dich umfassend gegen Schäden während des gesamten Transports.

Kann ich ein nicht fahrbereites Fahrzeug per RoRo versenden?

Ja, das ist möglich – solange das Fahrzeug lenkbar ist und geschleppt werden kann. Fahrzeuge ohne Lenkfähigkeit müssen auf einem MAFI-Trailer verladen werden, was zusätzliche Kosten verursacht.

Welche Häfen bieten RoRo-Service in Deutschland an?

Die wichtigsten deutschen RoRo-Häfen sind Bremerhaven (größter Automobilhafen Europas), Hamburg und Emden. Von dort bestehen regelmäßige Verbindungen in alle wichtigen Zielmärkte weltweit.

Fazit

RoRo-Verschiffung ist die effizienteste und oft kostengünstigste Methode, um Fahrzeuge, Baumaschinen und andere rollbare Güter international zu transportieren. Das Prinzip ist einfach, der Ablauf standardisiert und die globale Routenabdeckung exzellent.

Ob du ein einzelnes Fahrzeug oder eine komplette Flotte verschiffen möchtest – mit dem richtigen Partner an deiner Seite wird der Prozess transparent und planbar. Bei ODS Orient unterstützen wir dich von der ersten Anfrage bis zur Abholung am Zielhafen.

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Alle Informationen in diesem Beitrag sind sorgfältig recherchiert, können sich jedoch jederzeit ändern. ODS Orient übernimmt keine Haftung für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der bereitgestellten Informationen.

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