So trackst du dein Fahrzeug während der RORO-Überfahrt

Januar 6, 2026
Lesezeit: 3 minutes

Warum Tracking bei RoRo mehr ist als „Schiff auf Karte“

RoRo (Roll-on/Roll-off) ist eine schnelle und robuste Versandart für fahrbereite Fahrzeuge. Dennoch empfinden viele Kunden den Transportprozess als intransparent – vor allem, wenn Statusinformationen über Mails, Portale und PDF-Avisen verteilt sind. Ein strukturiertes roro tracking system bringt Ordnung in diese Datenvielfalt und ermöglicht eine klare Timeline:

  • Milestone-Transparenz: Jederzeit wissen, wo sich das Fahrzeug befindet – und was als Nächstes passiert.
  • Proaktive Steuerung: Frühzeitige Erkennung von Abweichungen, z. B. bei der ETD, zur Anpassung der Vor- und Nachläufe.
  • Saubere Übergaben: Einheitliche Daten (VIN, Maße, Buchungsnummer) erleichtern Claims und die finale Abholung.

Hilfreich für die Planung:
Fahrpläne und Was muss ich bei einer RoRo-Verschiffung beachten?

Die drei Tracking-Säulen: EDI-Events, Schiffs-AIS & Dokumentenstatus

1) EDI-/Portal-Events

Carriers und Terminals melden standardisierte Events, meist als EDI-Daten oder im Buchungsportal. Wichtige Meilensteine sind:

  • Booking Confirmed
  • Doc Cut-off Met
  • Gate-In Full (GIF)
  • Loaded on Vessel (L/V)
  • Sailed/Departed
  • Arrived
  • Discharged
  • Released

Tipp: Daten wie VIN, Maße und Buchungsnummer müssen exakt übereinstimmen – sonst drohen Rückfragen oder Status-Stopps.

2) AIS-Schiffsposition

AIS (Automatic Identification System) liefert Echtzeitdaten zur Schiffsposition – über die IMO-Nummer oder den Schiffsnamen abrufbar. So lassen sich ETA-Abweichungen früh erkennen.

Wichtig: AIS zeigt das Schiff – nicht dein Fahrzeug. Es ersetzt keine Buchungs-Events.

Offizielle Grundlage: IMO – CTU Code

3) Dokumentenstatus

Auch Dokumente haben „Events“: Etwa B/L-Entwurf bestätigt, Original/Telex Release erfolgt oder Zollfreigabe erteilt. Ohne vollständige Dokumentenlage ist keine Abholung möglich.

Weitere Infos:
Was muss ich bei einer RoRo-Verschiffung beachten?

Dein roro tracking system in 7 Schritten

  1. Datenkonsistenz: VIN, Maße, Gewicht, Empfängerdaten und Fotodokumentation synchronisieren.
  2. Meilensteine definieren: Welche Events sind für dich relevant? Zuständigkeiten zuordnen.
  3. Benachrichtigungen aktivieren: Alerts für Gate-In, Sailed, Arrived, Discharged, Release.
  4. AIS koppeln: IMO-Nummer recherchieren und hinterlegen.
  5. B/L-Workflow: Klären, ob Original oder Telex Release – und wann die Freigabe erfolgt.
  6. Zielhafen-Prozess: Zollunterlagen vorbereiten, Freistellung planen.
  7. Abweichungen managen: ETA-Drifts über AIS und Carrier-Avis erkennen, Alternativplan bereitstellen.

Checkliste: Welche Daten gehören in jede Sendungsakte?

Kategorie – Mussfeld – Nice-to-have

  • Identifikation: Buchungsnummer, VIN, Empfänger – Zoll-IDs, Ansprechpartner
  • Spezifikation: Maße, Gewicht, Antriebsart – Fotos, Sonderaufbauten
  • Routing: Abgangs-/Zielhafen, ETA/ETD – Alternativ-ETD, Terminalinfos
  • Dokumente: Rechnung, MRN, Fahrzeugpapiere – Ursprungszeugnis, Zertifikate
  • Tracking: Gate-In, Loaded, Sailed etc., IMO-Nr. – Benachrichtigungsregeln, Eskalationskette

Meilensteine im Detail: Von „Gate-In“ bis „Release“

  • Gate-In: Terminalübernahme, Maße fixiert
  • Loaded on Vessel: Physisch verladen, Seetransit startet
  • Sailed: Schiff abgelegt, B/L-Freigabe vorbereiten
  • Arrived: Schiff im Zielhafen – noch nicht entladen
  • Discharged: Fahrzeug entladen – Basis für Zollfreigabe
  • Released: Terminal gibt Fahrzeug frei

AIS smart nutzen

Stärken: Live-Position, Kurs, Geschwindigkeit, ETA
Grenzen: Kein Fahrzeug-Tracking, lückenhafte Abdeckung, keine Status-Events
Best Practice: Immer in Kombination mit EDI-Events verwenden

Häufige Tracking-Fehler – und wie du sie vermeidest

  1. Dateninkonsistenzen: Abweichende VIN oder Maße blockieren Events
  2. Dokumenten-Blindflug: Ohne B/L-Workflow hilft die beste ETA nichts
  3. AIS allein: AIS ersetzt keine Events
  4. Nicht Gate-Ready: Tankstand, Schlüssel, Ladezustand prüfen
  5. Importagent zu spät eingebunden: Bereits vor Abfahrt aktivieren

Benachrichtigungen, die wirklich helfen

  • Gate-In: Seetransport startet, Doku prüfen
  • Sailed: B/L-Freigabe anstoßen
  • Arrived: Zollfreigabe vorbereiten
  • Discharged: Abholung planen
  • Released: Fahrzeug übergeben

Dein roro tracking system in einer Stunde aufsetzen

  1. Sendungsakte erstellen
  2. Meilensteine wählen
  3. Benachrichtigungen aktivieren
  4. Schiffsdaten (IMO-Nummer) eintragen
  5. B/L-Prozess klären
  6. Zielhafenprozess starten
  7. Fallback dokumentieren

FAQ: Häufige Fragen zum roro tracking system

Wie oft sollte ich den Status prüfen?
Mit aktivierten Alerts reicht ein Blick pro Event – zusätzlich bei Engpässen täglich das AIS-Schiff checken.

Kann ich mein Fahrzeug per GPS tracken?
Meist nicht erlaubt – aus Sicherheits- und Haftungsgründen. Nutze EDI- und AIS-Tracking.

Warum weicht AIS-ETA von Carrier-ETA ab?
AIS-ETA basiert auf Geschwindigkeit/Kurs, die Carrier-ETA auf Hafenslots – letztere ist relevanter.

Was tun bei fehlendem Gate-In?
Sofort Spediteur oder Terminal kontaktieren. Oft fehlen VIN, Maße oder Fotos.

Was kostet ein gutes Tracking-System?
Abhängig von Funktionsumfang und Schnittstellen – für genaue Angaben ist ein individuelles Angebot nötig.

Fazit: Transparenz gewinnt

Ein gutes roro tracking system kombiniert Milestones, AIS und Dokumentenstatus zu einer nachvollziehbaren Timeline. Wer sauber plant, reduziert Verzögerungen, senkt Kosten und verbessert die Planbarkeit entlang der gesamten Transportkette.

Nutze dazu Fahrpläne, halte Fahrzeuge Gate-Ready – und verknüpfe AIS immer mit Events und Dokumentenstatus.

Disclaimer: Alle Informationen in diesem Beitrag sind sorgfältig recherchiert, können sich jedoch jederzeit ändern. ODS Orient übernimmt keine Haftung für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der bereitgestellten Informationen.

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