Kurzantwort: Viele Fahrzeuge enthalten Komponenten, die im Seeverkehr als Gefahrgut gelten – vor allem Lithium-Batterien, Kraftstoff und pyrotechnische Teile wie Airbags. Der maßgebliche Rahmen ist der IMDG-Code. Für RoRo bedeutet das: korrekte Klassifizierung, Einhaltung von Ladezustand und Tankfüllung, richtige Kennzeichnung und – je nach Fall – eine Gefahrgutdeklaration. Wer diese Vorgaben kennt, vermeidet Ablehnung am Terminal und Verzögerungen.
Fahrzeuge enthalten energiereiche und teils gefährliche Komponenten: Batterien, Kraftstoff, Druckgase in Klimaanlagen oder pyrotechnische Teile. Unter bestimmten Bedingungen können diese ein Sicherheitsrisiko darstellen. Der International Maritime Dangerous Goods Code (IMDG-Code) der IMO regelt daher den sicheren Seetransport solcher Güter. Den offiziellen Rahmen finden Sie beim IMDG-Code der IMO.
Lithium-Ionen-Batterien, wie sie in Elektro- und Hybridfahrzeugen verbaut sind, gelten als Gefahrgut der Klasse 9. Vorgeschrieben sind unter anderem ein begrenzter Ladezustand (State of Charge), Schutz vor Kurzschluss und mechanischer Beschädigung sowie eine korrekte Deklaration. Details dazu lesen Sie in unserem Beitrag RoRo für Elektrofahrzeuge.
Viele Reedereien verlangen eine maximale Tankfüllung von etwa einem Viertel. Ein voller Tank erhöht das Brandrisiko und kann zur Ablehnung des Fahrzeugs führen. Klären Sie die genaue Vorgabe vorab mit Ihrer Spedition oder der Reederei.
Grundsätzlich gilt: Lose Gefahrstoffe gehören nicht ins Fahrzeug. Wie Sie Sicherheit und Dokumentation sauber aufsetzen, zeigen wir unter Sicherheitsprotokolle beim RoRo-Transport.
Ist jedes Auto automatisch Gefahrgut?
Nicht jedes, aber viele Fahrzeuge enthalten gefahrgutrelevante Komponenten wie Batterien oder pyrotechnische Teile. Die Einstufung hängt vom Fahrzeug und der Reederei ab.
Wie hoch darf der Tank gefüllt sein?
Üblich ist eine maximale Füllung von etwa einem Viertel. Die genaue Vorgabe legt die Reederei fest.
Brauche ich immer eine Gefahrgutdeklaration?
Nicht in jedem Fall, aber bei Elektrofahrzeugen und bestimmten Konstellationen ist sie Pflicht. Klären Sie das vorab mit Ihrer Spedition.
Was passiert, wenn ich die Vorgaben nicht einhalte?
Das Fahrzeug kann am Terminal abgelehnt werden – mit Verzögerungen und Mehrkosten. Die Einhaltung der IMDG-Vorgaben ist daher entscheidend.
Gelten die Regeln auch für Hybridfahrzeuge?
Ja. Auch Plug-in-Hybride mit Lithium-Batterien unterliegen den IMDG-Vorschriften. Die Einstufung hängt von der Batteriekapazität ab.
Alle Informationen in diesem Beitrag sind sorgfältig recherchiert, können sich jedoch jederzeit ändern. ODS Orient übernimmt keine Haftung für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der bereitgestellten Informationen. Für ein unverbindliches Angebot kontaktieren Sie uns direkt.
Kurzantwort: Für RoRo-Transporte gelten 2026 verschärfte Umweltvorschriften auf drei Ebenen: Die IMO-Regeln (u. a. EEXI und CII) setzen globale Effizienzstandards, das EU-Emissionshandelssystem (EU ETS) erfasst ab 2026 100 Prozent der einbezogenen Seeverkehrsemissionen, und FuelEU Maritime begrenzt die Treibhausgas-Intensität der an Bord genutzten Energie. Für Verlader zeigt sich das vor allem in Zuschlägen und in der Fahrplan- und Kostenplanung.
Die Internationale Seeschifffahrts-Organisation (IMO) setzt den globalen Rahmen. Der EEXI (Energy Efficiency Existing Ship Index) verlangt einen technischen Effizienzstandard für bestehende Schiffe, der CII (Carbon Intensity Indicator) bewertet die betriebliche CO₂-Intensität jährlich mit einer Einstufung von A bis E. Hinzu kommt die IMO-Strategie zur Reduktion der Treibhausgase mit dem Ziel Netto-Null um die Jahrhundertmitte. Einen Überblick über die Hintergründe gibt die IMO zu Treibhausgas-Emissionen.
Das EU-Emissionshandelssystem wurde auf den Seeverkehr ausgeweitet und schrittweise eingeführt: Nach einer Übergangsphase sind ab 2026 100 Prozent der einbezogenen Emissionen von Fahrten im Zusammenhang mit dem Europäischen Wirtschaftsraum durch Emissionszertifikate abzudecken. Die Reedereien müssen diese Zertifikate erwerben und geben die Kosten in der Regel über Emissionszuschläge weiter. Wie sich das konkret in der Praxis auswirkt, lesen Sie in unserem Beitrag EU ETS in der RoRo-Praxis. Details zur EU-Regulierung finden Sie bei der Europäischen Kommission.
FuelEU Maritime gilt seit 2025 und setzt Grenzwerte für die Treibhausgas-Intensität der an Bord verbrauchten Energie, die im Zeitverlauf strenger werden. Ziel ist es, den Einsatz emissionsärmerer Kraftstoffe und Technologien zu fördern. Auch hier entstehen Kosten, die sich in Zuschlägen und in der Fahrplanplanung niederschlagen können – mehr dazu in unserem Beitrag zu FuelEU Maritime 2026.
Für Sie als Verlader sind vor allem drei Punkte relevant:
Sprechen Sie Ihre Spedition aktiv auf die Umweltzuschläge und deren Berechnungsgrundlage an, planen Sie zeitliche Puffer für angepasste Fahrpläne ein und behalten Sie im Blick, dass sich die Vorgaben weiter verschärfen. Wer die Regeln versteht, kann Angebote besser vergleichen und Überraschungen vermeiden.
Betrifft das EU ETS auch Transporte außerhalb der EU?
Das EU ETS erfasst Emissionen im Zusammenhang mit dem Europäischen Wirtschaftsraum, teils anteilig für ein- und ausgehende Fahrten. Reine Fahrten ohne EWR-Bezug fallen nicht darunter. Die genaue Einordnung hängt von der Route ab.
Warum steigen die Zuschläge 2026?
Weil das EU ETS ab 2026 100 Prozent der einbezogenen Emissionen abdeckt, statt wie in der Einführungsphase nur einen Teil. Dadurch steigen die von den Reedereien weitergegebenen Emissionskosten.
Was ist der Unterschied zwischen EU ETS und FuelEU Maritime?
Das EU ETS bepreist ausgestoßene Emissionen über Zertifikate. FuelEU Maritime setzt hingegen Grenzwerte für die Treibhausgas-Intensität der genutzten Energie an Bord. Beide wirken parallel.
Muss ich als Verlader selbst Zertifikate kaufen?
Nein. Die Pflicht liegt bei der Reederei. Sie als Verlader spüren die Kosten über Emissions- und Umweltzuschläge.
Verlängern sich dadurch die Transitzeiten?
Möglich. Effizienzmaßnahmen wie Slow Steaming können Laufzeiten verlängern. Planen Sie bei zeitkritischen Sendungen entsprechend Puffer ein.
Alle Informationen in diesem Beitrag sind sorgfältig recherchiert, können sich jedoch jederzeit ändern. ODS Orient übernimmt keine Haftung für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der bereitgestellten Informationen. Für ein unverbindliches Angebot kontaktieren Sie uns direkt.
Die einzelnen Regelwerke behandeln wir im Detail in unseren Beitraegen zu den IMO-CO₂-Regelungen 2026 sowie zu EEXI & UEFI einfach erklaert.