Transportversicherung bei RORO: 5 Tarife im Vergleich

Dezember 16, 2025
Lesezeit: 3 minutes

Warum RoRo ohne saubere Police riskant ist

RoRo ist schnell, schonend und effizient – aber Risiken bleiben: Sturmschäden, Havarie Grosse, Diebstahl während einer ungeplanten Zwischenlagerung, Beschädigung beim Hafenhandling oder War/Strikes-Ereignisse. Die Versicherung muss deshalb zu Ladungstyp, Relation und Risikoprofil passen.

Drei Grundprinzipien helfen bei der Auswahl:

  1. Deckungsumfang (Named Perils vs. All Risks)
  2. Risikoperiode (Warehouse-to-Warehouse, Hafen-zu-Hafen, Vor-/Nachlauf)
  3. Obliegenheiten & Ausschlüsse (z. B. „blickleer“, sachgemäße Sicherung, keine persönlichen Gegenstände)

Praxis-Tipp: Prüfe General-Average-Regeln (York-Antwerp Rules) und ob deine Police GA-Beiträge & Bergung übernimmt. Das ist bei Seetransporten zentral.

Offizielles Regelwerk: IMO – CTU Code

Was die Institute Cargo Clauses bedeuten

Die Institute Cargo Clauses (ICC) sind internationale Standardbedingungen für Warentransportversicherungen:

  • ICC (A): All Risks (mit üblichen Ausschlüssen wie Inherent Vice, Korrosion, unzureichende Verpackung)
  • ICC (B): Erweiterte Named Perils (z. B. Erdbeben, Seewasser)
  • ICC (C): Basis-Named-Perils (z. B. Feuer, Havarie Grosse)
  • Add-ons: Institute War Clauses, Strikes Clauses (SRCC), GA-Deckung, ggf. Warehouse-to-Warehouse

Eine verständliche Übersicht bietet der IUMI Guide auf iumi.com

Die 5 häufigsten RoRo-Tarife im Vergleich

Tarif 1: Total Loss Only (TLO) – Budgetschutz

  • Für wen? Ältere Fahrzeuge mit geringem Restwert
  • Deckung: Nur Gesamtschaden/Totalverlust
  • Plus: Günstig, deckt katastrophale Szenarien
  • Minus: Keine Teilschäden wie Beulen oder Glasbruch
  • Typischer Einsatz: Low-Budget-Exporte
  • Suchintention: Minimallösung der versicherung roro transport

Tarif 2: ICC (C) – Basis-Named-Perils

  • Für wen? Robuste Fahrzeuge, einfache Relationen
  • Deckung: Feuer, Kollision, Havarie Grosse, Bergung
  • Plus: Basisschutz inkl. GA
  • Minus: Kein Schutz gegen z. B. Diebstahl oder Korrosion
  • Use Case: Unempfindliche Maschinen

Tarif 3: ICC (B) – Erweiterte Named-Perils

  • Für wen? Moderates Risikoprofil, Zusatzschutz gewünscht
  • Deckung: Enthält mehr Gefahren (Erdbeben, Seewasser)
  • Plus: Breiter als C
  • Minus: Kein echter All-Risks-Schutz
  • Use Case: Serienfahrzeuge mittleren Werts

Tarif 4: ICC (A) – All Risks

  • Für wen? Hochwertige Fahrzeuge, empfindliche Güter
  • Deckung: Fast alle Transportrisiken inkl. GA und Bergung
  • Plus: Schutz gegen Crash, Diebstahl, Vandalismus
  • Minus: Ausschlüsse bleiben, z. B. Rost ohne Ereignis
  • Use Case: Premiumfahrzeuge, neue Maschinen

Tarif 5: All Risks + War/Strikes + Specials

  • Für wen? Teure EVs, Projektladungen mit Risiko
  • Deckung: ICC (A) + War + SRCC + Spezialklauseln
  • Plus: Maximale Absicherung bei geopolitischen Risiken
  • Minus: Höherer Beitrag, strenge Obliegenheiten
  • Use Case: High-Value auf heiklen Routen

Vergleichstabelle: Deckungsumfang & Einsatzfelder

MerkmalTLOICC (C)ICC (B)ICC (A)A + War/Strikes + Specials
Teilschäden
Totalverlust
GA & Bergung
Seewasser✖/△△/✔
Diebstahl
War/Strikes
EV-Batterie△/✔

Alt-Text: Matrix zum Vergleich der fünf üblichen RoRo-Versicherungstarife nach Deckungselementen und Einsatzfeldern.

Schlüsselbegriffe, die du kennen musst

General Average (Havarie Grosse):
Kosten werden bei außergewöhnlicher Rettung (z. B. Jettison) auf Schiff, Fracht und Treibstoff verteilt. Ohne passende Police drohen hohe Vorauszahlungen.

Haftungsregime (Carrier):
Reedereien haften nur begrenzt (z. B. nach Hague-Visby oder Hamburg Rules). Eine eigene Transportversicherung ist daher unerlässlich.

„Blickleer“ & Obliegenheiten:
Keine Gegenstände im Fahrzeug, Tankstand < ¼, Zustand dokumentieren. Verstöße gefährden die Deckung.

So wählst du die richtige Versicherung

  1. Fahrzeugwert und Risiko bewerten
  2. Zieldeckung wählen (TLO bis All Risks + SRCC)
  3. Risikoperiode prüfen: Brauchst du Warehouse-to-Warehouse?
  4. GA-Deckung einschließen
  5. Add-ons und Selbstbehalt abstimmen

Checkliste: In 10 Schritten zur passenden Police

Vor der Buchung:

  1. Warenwert und Risiko definieren
  2. Deckungsziel festlegen
  3. Risikoperiode wählen
  4. GA & Bergung prüfen
  5. Sonderklauseln und Selbstbehalt klären

Während der Buchung:

  1. Fotodoku (außen, innen, VIN, KM-Stand)
  2. Blickleer & Tankstand beachten
  3. Police einholen, B/L-Daten prüfen

Nach der Abfahrt:

  1. Tracking & Fristen im Blick behalten
  2. Schaden: Dokumentieren & melden

Weiterführende Links

Häufige Ausschlüsse

  • Inherent Vice, normale Korrosion, Verpackungsmängel
  • Persönliche Gegenstände im Fahrzeug
  • Vorschäden ohne Zustandsdokumentation

Tipp: Bei Gebrauchtfahrzeugen unbedingt Fotodokumentation vor Übergabe ans Terminal erstellen.

Fazit: Mit der richtigen Police entspannt ans Ziel

Die richtige Transportversicherung entscheidet über die Widerstandsfähigkeit deines RoRo-Projekts. Während TLO für Budget-Fälle genügt, bieten ICC (A) oder A + War/Strikes eine robuste Rundum-Deckung. Achte auf saubere Dokumentation, GA-Deckung und die Einhaltung von Obliegenheiten.

Für Planung & Abwicklung:

Hinweis: Konkrete Beiträge hängen von vielen Faktoren ab. Für ein belastbares Angebot ist eine individuelle Anfrage nötig.

Disclaimer: Alle Informationen in diesem Beitrag sind sorgfältig recherchiert, können sich jedoch jederzeit ändern. ODS Orient übernimmt keine Haftung für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der bereitgestellten Informationen.

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