Warum Tracking bei RoRo mehr ist als „Schiff auf Karte“
RoRo (Roll-on/Roll-off) ist schnell, robust und ideal für fahrbereite Fahrzeuge. Trotzdem fühlen sich manche Transporte intransparent an – vor allem, wenn Status-Updates verstreut in Mails, Portalen und PDF-Avisen liegen. Ein strukturiertes roro tracking system bündelt diese Puzzleteile zu einer klaren Timeline:
- Milestone-Transparenz: Du weißt jederzeit, wo dein Fahrzeug im Prozess steht – und was als Nächstes passiert.
- Proaktive Steuerung: Abweichungen wie ETD-Verschiebungen erkennst du früh und passt Vor- und Nachläufe an.
- Saubere Übergaben: Mit konsistenten Daten sind Claims und Abholungen schneller erledigt.
Direkt nützlich für die Planung: Fahrpläne und Was muss ich bei einer RoRo-Verschiffung beachten?
Die drei Tracking-Säulen: EDI-Events, Schiffs-AIS und Dokumenten-Status
1) EDI-/Portal-Events
Carrier und Terminals erzeugen standardisierte Statusmeldungen – z. B. als EDI-Events wie CODECO oder COARRI. Die wichtigsten Meilensteine:
- Booking Confirmed
- Doc Cut-off Met
- Gate-In Full (GIF)
- Loaded on Vessel
- Sailed / Departed
- Arrived
- Discharged
- Released
Wichtig: VIN, Maße und andere Daten müssen exakt stimmen – sonst kommt es zu Rückfragen oder Status-Stopps.
2) AIS-Schiffsposition
AIS (Automatic Identification System) übermittelt Schiffspositionen via IMO-Nummer. Das hilft, ETA-Abweichungen früh zu erkennen. AIS ist international geregelt (SOLAS). Offizielle Grundlagen bietet die IMO – CTU Code.
AIS zeigt jedoch nur das Schiff, nicht das Fahrzeug. Nutze AIS deshalb immer in Kombination mit Buchungs-Events.
3) Dokumenten-Status
B/L-Status, Telex Release und Zollfreigaben sind entscheidend. Ohne sie bringt selbst eine perfekte ETA nichts – denn die Freistellung hängt davon ab.
Weitere Infos: Was muss ich bei einer RoRo-Verschiffung beachten?
So richtest du dein roro tracking system in 7 Schritten ein
Schritt 1: Datenkonsistenz herstellen
- VIN, Maße, Gewicht und Empfängerdaten müssen systemübergreifend identisch sein
- 6-seitige Fotodokumentation (Außen, Innen, VIN) hilft bei Gate-In und Claims
Schritt 2: Relevante Meilensteine definieren
Setze Schlüsselpunkte wie Gate-In, Loaded, Sailed, Arrived, Discharged und Release. Ordne Verantwortlichkeiten zu.
Schritt 3: Benachrichtigungen aktivieren
Stelle Alerts für wichtige Events ein – z. B. per E-Mail oder App.
Schritt 4: AIS-Vessel-Tracking koppeln
Recherchiere die IMO-Nummer des Schiffs und trage sie in die Sendungsakte ein.
Schritt 5: B/L-Workflow definieren
Lege früh fest, ob du mit Original B/L oder Telex Release arbeitest. Prüfe alle Felder im B/L-Entwurf sorgfältig.
Schritt 6: Zielhafen-Prozess vorbereiten
Ab Event „Arrived“ sollte die Zollfreigabe anlaufen. Plane Pufferzeiten für Abholung und Lagerung.
Schritt 7: Abweichungen managen
Kombiniere AIS mit Carrier-Infos, um auf ETD-/ETA-Verschiebungen flexibel zu reagieren.
Tabelle: Diese Daten gehören in jede Sendungsakte
Kategorie – Mussfeld – Nice-to-have
Identifikation – Buchungsnummer, VIN, Empfänger – Ansprechpartner, Zoll-IDs
Spezifikation – Maße, Gewicht, Antriebsart – Fotos, Sonderaufbauten
Routing – Abgangs-/Zielhafen, ETA – Alternativ-ETD, Terminalinfos
Dokumente – Rechnung, Packliste, MRN – Ursprungszeugnis, Versicherungen
Tracking – Meilensteine, IMO-Nr. – Benachrichtigungen, Eskalationsregeln
EDI-Events richtig lesen: Von „Gate-In“ bis „Release“
- Gate-In: Fahrzeug im Terminal akzeptiert
- Loaded on Vessel: An Bord des Schiffs, Seetransport beginnt
- Sailed: Abfahrt – jetzt B/L-Freigabe vorbereiten
- Arrived: Schiff im Zielhafen
- Discharged: Fahrzeug entladen – Startpunkt für Zoll
- Released: Terminal gibt Ware zur Abholung frei
AIS smart nutzen: Was es kann – und was nicht
Vorteile:
- Live-Position
- ETA-Erkennung
- Kurs und Geschwindigkeit sichtbar
Grenzen:
- Kein Fahrzeugbezug
- Lückenhafte Daten in manchen Regionen
- Sicherheitsabschaltungen möglich
Tipp: Immer mit EDI kombinieren.
Häufige Tracking-Fehler – und wie du sie vermeidest
- Inkonsistente Daten – VIN oder Maße abweichend
- Unklarer B/L-Workflow – führt zu Verzögerungen
- AIS als alleinige Quelle – nicht ausreichend
- Nicht Gate-Ready – z. B. leerer Tank oder fehlender Schlüssel
- Zielhafenkontakt zu spät – besser schon vor Abfahrt aktiv werden
Mini-Leitfaden: Nützliche Benachrichtigungen
- Gate-In: Dokumenten-Check starten
- Sailed: B/L-Freigabe prüfen
- Arrived: Zoll vorbereiten
- Discharged: Abholung koordinieren
- Released: Übergabe und Transport auslösen
Checkliste: Dein roro tracking system in einer Stunde aufsetzen
- Buchungsdaten & VIN erfassen
- Relevante Meilensteine festlegen
- Alerts aktivieren
- Schiff + IMO-Nummer recherchieren
- B/L-Prozess klären
- Zielhafen vorbereiten
- Fallback-Szenarien dokumentieren
FAQ: Häufige Fragen zum roro tracking system
Wie oft sollte ich den Status prüfen?
Alerts reichen für Schlüsselereignisse. Zusätzlich täglich bei schlechtem Wetter oder Staus auf das AIS schauen.
Kann ich einen GPS-Tracker im Fahrzeug nutzen?
Oft nicht erlaubt. Sicherheits- und Haftungsthemen. EDI und AIS sind Standard.
Warum stimmen AIS-ETA und Carrier-ETA manchmal nicht überein?
AIS nutzt Kurs/Speed, Carrier-ETA basiert auf Hafenfenstern. Letzteres ist verlässlicher für Abholplanung.
Was tun, wenn „Gate-In“ fehlt?
Beim Spediteur oder Terminal nachhaken – oft fehlen VIN-Abgleich oder Fotos.
Was kostet ein Tracking-System?
Abhängig vom Funktionsumfang. Für Preise bitte ein individuelles Angebot anfordern.
Fazit: Transparenz gewinnt – mit System und Standards
Ein gutes roro tracking system kombiniert EDI-Meilensteine, AIS-Schiffspositionen und Dokumenten-Status zu einer verlässlichen Timeline. So erkennst du Abweichungen früh, vermeidest Standgelder und organisierst Übergaben effizient. Achte auf Datenqualität, konsistente Workflows und nutze die Fahrpläne von ODS Orient für eine reibungslose Planung.
Disclaimer: Alle Informationen in diesem Beitrag sind sorgfältig recherchiert, können sich jedoch jederzeit ändern. ODS Orient übernimmt keine Haftung für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der bereitgestellten Informationen.