Die Seeschifffahrt steht unter wachsendem Druck, ihren CO₂-Ausstoß messbar zu senken. Mit dem Energy Efficiency Existing Ship Index (EEXI) und dem operativen Effizienzrating CII – im deutschen Sprachgebrauch oft als „UEFI“ bezeichnet – hat die IMO weltweit gültige Rahmenbedingungen geschaffen. Gleichzeitig greifen in der EU mit dem Emissionshandel (EU ETS) und FuelEU Maritime zwei weitere Regelwerke, die ab 2024 bzw. 2025 schrittweise verpflichtend werden.
Was steckt hinter EEXI und „UEFI“?
EEXI – der technische Effizienzcheck
EEXI bewertet, ob das Design eines bestehenden Schiffs – inklusive Maschinenleistung, Geschwindigkeit und Kapazität – einem definierten Effizienzstandard entspricht. Die Regel gilt für Seeschiffe ab 400 BRZ und muss einmalig je Schiff nachgewiesen werden, meist im Zuge einer periodischen Vermessung.
Typische Maßnahmen zur Erfüllung des EEXI:
Engine Power Limitation (EPL)
Propeller- und Rumpfoptimierung
Abgasnachbehandlung
Absenkung der Servicegeschwindigkeit
UEFI (CII) – das operative Effizienzrating
Das CII bewertet jährlich die tatsächliche Kohlenstoffintensität eines Schiffs anhand transportierter Ladung und Distanz. Es gilt für Schiffe ab 5.000 BRZ im internationalen Verkehr.
Das jährliche Rating erfolgt auf einer Skala von A bis E. Wer dreimal hintereinander ein D oder einmal ein E erreicht, muss einen Korrekturplan vorlegen und wird enger überwacht.
Typische operative Hebel:
Geschwindigkeit und Routen gezielt managen
Hafenaufenthalte optimieren
Auslastung verbessern
Weather Routing und Energiemanagement
FuelEU Maritime & EU ETS – die EU-Vorgaben
FuelEU Maritime
Seit 2025 gelten in EU-Gewässern Grenzwerte für die Treibhausgasintensität der eingesetzten Energie. Compliance kann z. B. über alternative Kraftstoffe, Landstrom (OPS) oder Pooling erreicht werden.
EU ETS
Der EU-Emissionshandel gilt seit 2024 für große Schiffe. Unternehmen müssen jährlich ihre Emissionen verifizieren lassen und Emissionszertifikate (EUA) abgeben. Die Abgabemenge steigt bis 2027 auf 100 %.
So greifen die Regelwerke ineinander
EEXI: Technische Mindeststandards sichern
UEFI/CII: Operative Effizienz im Alltag sicherstellen
FuelEU: CO₂-arme Energie auf See fördern
EU ETS: Emissionen mit Kosten belegen
Das Ziel: ein kombiniertes System aus Design, Betrieb, Energie und Marktanreizen.
Maßnahmenkatalog für Praxis und Planung
Technische Maßnahmen (EEXI)
Engine Power Limitation (EPL/ShaPoLi)
Propellerdüsen, Rumpfbeschichtung, Hull Cleaning
Abwärmenutzung und sparsame Bordtechnik
Operative Maßnahmen (UEFI/CII)
Smart Speed statt pauschalem Slow Steaming
Just-in-Time Arrival & Hafenmanagement
Beladungsoptimierung und Energiecontrolling
Energie- und Compliance-Hebel (EU)
Sauberere Kraftstoffe (z. B. LNG, Biofuels, Methanol)
FuelEU-Nachweise (z. B. OPS, Herkunft des Kraftstoffs)
Häufige Fehler vermeiden
EEXI als Einmal-Thema sehen → Betrieb zählt!
Pauschal langsamer fahren → kann CII verschlechtern
MRV-Datenqualität unterschätzen → ETS-Risiken
FuelEU zu spät planen → Kraftstoffmangel droht
Verträge ohne Klimaklauseln → Risiken bei falschem Partner
FAQ
Was ist der Unterschied zwischen EEXI und UEFI (CII)?
EEXI bewertet die technische Effizienz eines bestehenden Schiffs als einmalige Konformität. UEFI/CII bewertet die jährliche operative Effizienz und gibt ein A–E-Rating.
Gilt UEFI/CII für alle Schiffe?
Nein, nur für Schiffe ab 5.000 BRZ im internationalen Verkehr. Kleinere Einheiten sind ausgenommen.
Wie beeinflusst EU ETS meine Kosten?
Emissionen mit EU-Bezug müssen durch Zertifikate abgedeckt werden. Die Kosten hängen von Emissionsmenge, Routenanteil und Marktpreis ab.
Was verlangt FuelEU Maritime konkret?
Ein sinkender Grenzwert für die THG-Intensität. Umsetzbar über alternative Kraftstoffe, Landstrom und/oder Pooling.
Wie oft wird mein CII-Rating ermittelt?
Einmal jährlich. Schlechte Ratings führen zu Korrekturplänen und verstärkter Überwachung.
Fazit
EEXI (Design) und UEFI/CII (Betrieb) bilden den internationalen Rahmen. Mit FuelEU Maritime und EU ETS kommt zusätzlicher Handlungsdruck aus Europa. Wer heute investiert, profitiert langfristig: durch stabile Ratings, vermiedene Strafen und echte Wettbewerbsvorteile.
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Disclaimer: Alle Informationen in diesem Beitrag sind sorgfältig recherchiert, können sich jedoch jederzeit ändern. ODS Orient übernimmt keine Haftung für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der bereitgestellten Informationen.
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