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Nicht fahrbare Fahrzeuge per RoRo: Geht das und was kostet es?

Juni 11, 2026
Lesezeit: 5 minutes

Ja, auch nicht fahrbare Fahrzeuge können per RoRo verschifft werden – allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen. Optionen wie MAFI-Trailer, Abschleppstangen oder Gabelstaplerverladung machen es möglich. Die Zusatzkosten variieren je nach Methode und Terminal. In manchen Fällen ist ein Container die wirtschaftlichere und sicherere Lösung.

Kurzantwort in 5 Bullet Points

  • Nicht fahrbare Fahrzeuge können per MAFI-Trailer auf das RoRo-Schiff gelangen.
  • Abschleppstangen ermöglichen den Transport lenkbarer, aber nicht startender Fahrzeuge.
  • Gabelstaplerverladung ist bei kleineren, leichteren Fahrzeugen möglich.
  • Zusatzkosten für Sonderverladung entstehen immer – die Höhe hängt von der Methode ab.
  • Bei komplett unbeweglichen Fahrzeugen ist der Container oft die bessere Wahl.

Was bedeutet „nicht fahrbar" im Kontext der RoRo-Verschiffung?

Bei RoRo-Verschiffung bedeutet „fahrbar", dass ein Fahrzeug aus eigener Kraft auf das Schiff rollen kann. Der Motor muss starten, die Lenkung muss funktionieren und die Bremsen müssen wirksam sein. Sobald eine dieser Voraussetzungen fehlt, gilt das Fahrzeug als nicht fahrbar.

Die Gründe dafür sind vielfältig: defekte Batterie, Motorschaden, blockierte Bremsen, fehlende Reifen oder schlicht ein Unfallschaden. Je nach Art des Defekts gibt es unterschiedliche Lösungen, um das Fahrzeug trotzdem per RoRo zu verschiffen.

ZustandLenkbarRollbarRoRo möglich
Motor defekt, Rest intaktJaJaJa – per Abschleppstange
Batterie leerJaJaJa – Starthilfe oder Abschleppstange
Bremsen blockiertJaNeinNur per MAFI-Trailer
Schwerer UnfallschadenNeinNeinNur per MAFI oder Container
Keine ReifenNeinNeinNur per Container empfohlen

Wie funktioniert die Verladung per MAFI-Trailer?

Der MAFI-Trailer ist die gängigste Lösung für nicht fahrbare Fahrzeuge im RoRo-Bereich. Ein MAFI ist eine flache, rollbare Plattform, die von einem Terminalfahrzeug gezogen wird und über die RoRo-Rampe auf das Schiff rollt.

Dein Fahrzeug wird per Gabelstapler oder Kran auf den MAFI gehoben und dort mit Gurten und Keilen gesichert. Der beladene MAFI wird dann wie ein normales Rollfahrzeug auf das Schiff gezogen.

  • Geeignet für Fahrzeuge jeder Größe – vom Kleinwagen bis zum SUV.
  • Professionelle Ladungssicherung durch Terminalpersonal inklusive.
  • Zusätzliche Gebühren für MAFI-Nutzung und Verladung.
  • Nicht an jedem Terminal verfügbar – vorherige Abklärung notwendig.

Wann ist eine Abschleppstange die richtige Lösung?

Die Abschleppstange ist die einfachste und oft günstigste Option – aber sie funktioniert nur, wenn dein Fahrzeug lenkbar und rollbar ist. Der Motor muss nicht laufen, aber die Räder müssen sich drehen und die Lenkung muss frei beweglich sein.

Ein Terminalfahrzeug zieht dein Auto über die Abschleppstange auf das Schiff. Die Lenkung wird dabei von einem Mitarbeiter bedient, der im Fahrzeug sitzt. Bei Automatikgetriebe muss sichergestellt sein, dass es in die Neutralstellung gebracht werden kann.

Vorteile: Die Abschleppstange verursacht die geringsten Zusatzkosten aller Sondermethoden. Nachteil: Funktioniert nur bei teilweise intakten Fahrzeugen.

Kann ein Gabelstapler das Fahrzeug auf das Schiff bringen?

In manchen Fällen setzen Terminals Gabelstapler ein, um Fahrzeuge direkt auf das Schiff zu heben. Das ist jedoch nur bei leichteren Fahrzeugen möglich und hängt stark vom Terminal und der Schiffskonfiguration ab.

  • Gewichtsgrenze liegt je nach Gabelstapler typischerweise bei zwei bis drei Tonnen.
  • Das Fahrzeug muss sicher greifbar sein – der Unterboden muss stabil genug sein.
  • Nicht alle Terminals bieten diese Option an.
  • Risiko von Schäden am Unterboden oder an der Karosserie ist höher als bei MAFI.

Tipp: Kläre vorab mit deinem Spediteur, ob die Gabelstapleroption an deinem Terminal möglich ist und ob die Versicherung diesen Verladevorgang abdeckt.

Welche zusätzlichen Kosten entstehen bei nicht fahrbaren Fahrzeugen?

Nicht fahrbare Fahrzeuge verursachen grundsätzlich Mehrkosten gegenüber der Standardverladung. Die genaue Höhe hängt von der gewählten Methode, dem Terminal und der Route ab.

MethodeZusatzaufwandTypischer Einsatz
AbschleppstangeGeringMotor defekt, Rest intakt
MAFI-TrailerMittel bis hochNicht rollbare Fahrzeuge
GabelstaplerMittelLeichte Fahrzeuge, terminalbhängig
Container (Alternative)VariabelKomplett unbewegliche Fahrzeuge

Wichtig: Fordere immer ein detailliertes Angebot an, das alle Sonderzuschläge aufschlüsselt. So vermeidest du böse Überraschungen bei der Endabrechnung.

Wann ist ein Container die bessere Wahl als RoRo?

Es gibt Situationen, in denen ein Container wirtschaftlicher und sicherer ist als eine RoRo-Sonderlösung. Das gilt besonders für Fahrzeuge, die weder lenkbar noch rollbar sind.

Kompletter Ausfall: Wenn das Fahrzeug in keiner Weise bewegt werden kann, ist der Container oft einfacher.

Wertvolle Fahrzeuge: Ein geschlossener Container bietet besseren Schutz vor Witterung und Diebstahl.

Zusätzliche Ladung: Im Container kannst du Ersatzteile oder persönliche Gegenstände mitverschicken.

Kein MAFI verfügbar: Wenn das Terminal keinen MAFI-Service anbietet, bleibt der Container als Alternative.

Versicherungsschutz: Manche Versicherer bieten im Container bessere Konditionen für beschädigte Fahrzeuge.

Ein erfahrener Spediteur hilft dir bei der Entscheidung und erstellt einen Kostenvergleich für beide Optionen.

Welche Dokumente brauchst du zusätzlich für nicht fahrbare Fahrzeuge?

Neben den Standarddokumenten für RoRo-Verschiffung können bei nicht fahrbaren Fahrzeugen weitere Unterlagen erforderlich sein.

  • Zustandsbericht des Fahrzeugs mit Beschreibung des Defekts.
  • Bestätigung, dass keine Betriebsflüssigkeiten auslaufen (besonders bei Unfallfahrzeugen).
  • Eventuelle Genehmigung des Terminals für Sonderverladung.
  • Erklärung über den Zustand des Kraftstofftanks.
  • Fotos des aktuellen Fahrzeugzustands als Anlage zum Frachtbrief.

Besonders bei Unfallfahrzeugen prüfen die Terminals sehr genau, ob ein Umweltrisiko durch auslaufende Flüssigkeiten besteht. Lass diese vor der Anlieferung fachgerecht ablassen, wenn nötig.

FAQ – Häufig gestellte Fragen

Kann jedes RoRo-Terminal nicht fahrbare Fahrzeuge annehmen?

Nein, nicht jedes Terminal verfügt über die Ausrüstung für Sonderverladungen. Kläre vorab mit deinem Spediteur, welches Terminal MAFI-Trailer und Sonderverladeservice anbietet.

Ist die Versicherung für nicht fahrbare Fahrzeuge teurer?

In der Regel ja. Nicht fahrbare Fahrzeuge gelten als erhöhtes Risiko, da der Verladevorgang komplexer ist. Fordere ein separates Versicherungsangebot an.

Muss ich den Defekt meines Fahrzeugs dem Spediteur melden?

Unbedingt. Der genaue Zustand des Fahrzeugs bestimmt die Verlademethode, die Kosten und die Versicherung. Verschweige keine Mängel – das kann zu Problemen am Terminal führen.

Wie lange dauert die Sonderverladung am Terminal?

Die Verladung per MAFI-Trailer oder Gabelstapler dauert in der Regel dreißig bis sechzig Minuten länger als die Standardverladung. Plane entsprechend mehr Zeit ein.

Kann ich ein Unfallfahrzeug ohne Reifen per RoRo verschiffen?

Theoretisch ja, per MAFI-Trailer. In der Praxis empfehlen die meisten Spediteure bei fehlenden Reifen einen Container, da die Sicherung auf dem MAFI schwieriger und teurer ist.

Fazit

Nicht fahrbare Fahrzeuge per RoRo zu verschiffen ist möglich – aber es erfordert mehr Planung und verursacht zusätzliche Kosten. Die richtige Methode hängt vom Zustand deines Fahrzeugs und den Möglichkeiten des Terminals ab.

Ob MAFI-Trailer, Abschleppstange oder doch ein Container – ODS Orient findet die beste Lösung für dein Fahrzeug. Kontaktiere uns mit einer Beschreibung des Zustands und wir erstellen dir ein maßgeschneidertes Angebot.

Du hast Fragen oder möchtest ein unverbindliches Angebot? Kontaktiere uns direkt: https://odsorient.com/kontakt

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