Kurzantwort: Für eine RoRo-Buchung misst du dein Fahrzeug in Länge, Breite und Höhe – jeweils am äußersten Punkt und inklusive aller Aufbauten wie Dachträger, Antenne oder Spiegel. Weil Seefracht nach Volumen berechnet wird, entscheiden schon wenige Zentimeter über die Verladekategorie und damit den Preis. Genau gemessene Werte schützen dich vor Nachberechnungen und Überraschungen am Hafen.
Das Wichtigste in 5 Punkten
- Gemessen wird Länge × Breite × Höhe, jeweils am äußersten Punkt.
- Aufbauten zählen mit: Dachträger, Antenne, Spiegel, Anbauteile.
- Seefracht rechnet nach Volumen – Höhe ist oft der teuerste Faktor.
- Genaue Werte vermeiden Nachberechnungen und Umbuchungen.
- Bei Übermaß greift die OOG-Planung (Out of Gauge).
Warum sind die Fahrzeugmaße so wichtig?
Anders als bei vielen Landtransporten wird der Seetransport überwiegend nach Volumen kalkuliert, nicht nach Gewicht. Wie sich das Volumen (in Kubikmetern) berechnet und warum es entscheidend ist, erklären wir dir unter RoRo-Volumen (cbm). Kurz gesagt: Je größer die umbaute Fläche deines Fahrzeugs, desto mehr Platz beansprucht es an Bord.
Wie misst du Länge, Breite und Höhe richtig?
- Länge: von der vordersten bis zur hintersten Kante (inkl. Stoßstangen, Anhängerkupplung, Ersatzrad).
- Breite: an der breitesten Stelle – meist über die Außenspiegel; klappe sie nur ein, wenn du sie eingeklappt verschiffst.
- Höhe: vom Boden bis zum höchsten Punkt – inklusive Dachträger, Dachbox, Antenne oder Aufbauten.
Miss auf ebenem Untergrund und runde eher auf als ab. Die IMO gibt mit dem CTU-Code den internationalen Rahmen für die korrekte Erfassung und Sicherung von Ladeeinheiten vor.
Welche Fehler passieren beim Messen am häufigsten?
- Aufbauten vergessen: Dachträger oder Antenne werden nicht mitgemessen – das Fahrzeug ist höher als angegeben.
- Nur Katalogmaße nehmen: Herstellerangaben berücksichtigen keine Nachrüstungen.
- Spiegel falsch einschätzen: Ob ein- oder ausgeklappt verschifft wird, ändert die Breite.
- Auf-/Abrunden ignorieren: Knappe Werte führen zu Nachmessungen am Terminal.
Was gibst du der Spedition an?
Melde die exakten Maße in Zentimetern (L × B × H) plus das Gewicht und eventuelle Besonderheiten (Tieferlegung, Anbauteile, nicht fahrbereit). Je genauer deine Angaben, desto verbindlicher das Angebot – und desto geringer das Risiko einer Nachberechnung.
Wann gilt dein Fahrzeug als Übermaß (OOG)?
Überschreitet dein Fahrzeug die Standardmaße für die reguläre Verladung, gilt es als Out of Gauge (OOG) und muss gesondert geplant werden. Wie du das richtig angehst, zeigen wir dir unter Überbreite & Überhöhe: OOG-Fahrzeuge im RoRo.
FAQ
Muss ich die Spiegel einklappen, bevor ich die Breite messe?
Nur, wenn das Fahrzeug mit eingeklappten Spiegeln verschifft wird. Miss so, wie das Fahrzeug tatsächlich übergeben wird, und teile das der Spedition mit.
Zählt ein Dachträger zur Höhe?
Ja. Alles, was fest montiert ist – Dachträger, Dachbox, Antenne – gehört zur Höhe und muss mitgemessen werden.
Warum ist die Höhe so wichtig?
Weil sie über das nutzbare Deck und mögliche Zuschläge entscheidet. Schon wenige Zentimeter können die Verladekategorie ändern.
Was passiert, wenn meine Maße falsch sind?
Am Terminal wird nachgemessen. Weichen die Werte ab, drohen Nachberechnungen oder im Extremfall eine Umbuchung. Genaue Angaben schützen dich davor.
Wird nach Volumen oder Gewicht berechnet?
Bei RoRo überwiegend nach Volumen. Das Gewicht ist relevant für Handling und Sicherung, bestimmt aber selten allein den Preis.
Alle Informationen in diesem Beitrag sind sorgfältig recherchiert, können sich jedoch jederzeit ändern. ODS Orient übernimmt keine Haftung für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der bereitgestellten Informationen. Für ein unverbindliches Angebot kontaktiere uns direkt.
