Aktueller Hinweis: Aufgrund der politischen Lage sind folgende Häfen temporär nicht bedienbar: Jebel Ali, Abu Dhabi, Sohar, Bahrain, Kuwait, Dammam.
Home / Wissen / Umweltvorschriften für RoRo 2026: IMO, EU ETS & FuelEU
Compliance

Umweltvorschriften für RoRo 2026: IMO, EU ETS & FuelEU

Umweltvorschriften für RoRo 2026: Was IMO-Regeln, das EU-Emissionshandelssystem (EU ETS) und FuelEU Maritime für Verlader und Zuschläge bedeuten.

4 Min. Lesezeit Aktualisiert 6. Juli 2026
Umweltvorschriften für RoRo 2026: IMO, EU ETS & FuelEU

Kurzantwort: Für RoRo-Transporte gelten 2026 verschärfte Umweltvorschriften auf drei Ebenen: Die IMO-Regeln (u. a. EEXI und CII) setzen globale Effizienzstandards, das EU-Emissionshandelssystem (EU ETS) erfasst ab 2026 100 Prozent der einbezogenen Seeverkehrsemissionen, und FuelEU Maritime begrenzt die Treibhausgas-Intensität der an Bord genutzten Energie. Für Verlader zeigt sich das vor allem in Zuschlägen und in der Fahrplan- und Kostenplanung.

Das Wichtigste in 5 Punkten

  • IMO: globale Standards für Schiffseffizienz (EEXI) und Betriebskennzahlen (CII) sowie eine Netto-Null-Strategie.
  • EU ETS: ab 2026 sind 100 Prozent der einbezogenen Emissionen zertifikatspflichtig (schrittweise Einführung seit 2024).
  • FuelEU Maritime: gilt seit 2025 und begrenzt die Treibhausgas-Intensität der genutzten Energie.
  • Folge für Verlader: neue oder höhere Umwelt- und Emissionszuschläge.
  • Planung: Reedereien passen Routen, Geschwindigkeit und Fahrpläne an – das beeinflusst Laufzeiten.

Welche IMO-Regeln gelten für RoRo-Schiffe?

Die Internationale Seeschifffahrts-Organisation (IMO) setzt den globalen Rahmen. Der EEXI (Energy Efficiency Existing Ship Index) verlangt einen technischen Effizienzstandard für bestehende Schiffe, der CII (Carbon Intensity Indicator) bewertet die betriebliche CO₂-Intensität jährlich mit einer Einstufung von A bis E. Hinzu kommt die IMO-Strategie zur Reduktion der Treibhausgase mit dem Ziel Netto-Null um die Jahrhundertmitte. Einen Überblick über die Hintergründe gibt die IMO zu Treibhausgas-Emissionen.

Was bedeutet das EU ETS für den RoRo-Transport?

Das EU-Emissionshandelssystem wurde auf den Seeverkehr ausgeweitet und schrittweise eingeführt: Nach einer Übergangsphase sind ab 2026 100 Prozent der einbezogenen Emissionen von Fahrten im Zusammenhang mit dem Europäischen Wirtschaftsraum durch Emissionszertifikate abzudecken. Die Reedereien müssen diese Zertifikate erwerben und geben die Kosten in der Regel über Emissionszuschläge weiter. Wie sich das konkret in der Praxis auswirkt, lesen Sie in unserem Beitrag EU ETS in der RoRo-Praxis. Details zur EU-Regulierung finden Sie bei der Europäischen Kommission.

Was regelt FuelEU Maritime?

FuelEU Maritime gilt seit 2025 und setzt Grenzwerte für die Treibhausgas-Intensität der an Bord verbrauchten Energie, die im Zeitverlauf strenger werden. Ziel ist es, den Einsatz emissionsärmerer Kraftstoffe und Technologien zu fördern. Auch hier entstehen Kosten, die sich in Zuschlägen und in der Fahrplanplanung niederschlagen können – mehr dazu in unserem Beitrag zu FuelEU Maritime 2026.

Was bedeutet das konkret für Verlader?

Für Sie als Verlader sind vor allem drei Punkte relevant:

  • Zuschläge: Emissions- und Umweltzuschläge werden Teil der Kalkulation. Fragen Sie diese frühzeitig ab und lassen Sie sie transparent ausweisen.
  • Fahrpläne: Maßnahmen wie langsameres Fahren (Slow Steaming) können Laufzeiten verlängern – planen Sie Puffer ein.
  • Dokumentation: Achten Sie auf nachvollziehbare Ausweisung der Umweltkosten in Angeboten und Rechnungen.

Wie bereiten Sie sich am besten vor?

Sprechen Sie Ihre Spedition aktiv auf die Umweltzuschläge und deren Berechnungsgrundlage an, planen Sie zeitliche Puffer für angepasste Fahrpläne ein und behalten Sie im Blick, dass sich die Vorgaben weiter verschärfen. Wer die Regeln versteht, kann Angebote besser vergleichen und Überraschungen vermeiden.

FAQ

Betrifft das EU ETS auch Transporte außerhalb der EU?

Das EU ETS erfasst Emissionen im Zusammenhang mit dem Europäischen Wirtschaftsraum, teils anteilig für ein- und ausgehende Fahrten. Reine Fahrten ohne EWR-Bezug fallen nicht darunter. Die genaue Einordnung hängt von der Route ab.

Warum steigen die Zuschläge 2026?

Weil das EU ETS ab 2026 100 Prozent der einbezogenen Emissionen abdeckt, statt wie in der Einführungsphase nur einen Teil. Dadurch steigen die von den Reedereien weitergegebenen Emissionskosten.

Was ist der Unterschied zwischen EU ETS und FuelEU Maritime?

Das EU ETS bepreist ausgestoßene Emissionen über Zertifikate. FuelEU Maritime setzt hingegen Grenzwerte für die Treibhausgas-Intensität der genutzten Energie an Bord. Beide wirken parallel.

Muss ich als Verlader selbst Zertifikate kaufen?

Nein. Die Pflicht liegt bei der Reederei. Sie als Verlader spüren die Kosten über Emissions- und Umweltzuschläge.

Verlängern sich dadurch die Transitzeiten?

Möglich. Effizienzmaßnahmen wie Slow Steaming können Laufzeiten verlängern. Planen Sie bei zeitkritischen Sendungen entsprechend Puffer ein.

Alle Informationen in diesem Beitrag sind sorgfältig recherchiert, können sich jedoch jederzeit ändern. ODS Orient übernimmt keine Haftung für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der bereitgestellten Informationen. Für ein unverbindliches Angebot kontaktieren Sie uns direkt.

Quellen

Vertiefende Beitraege zu den Umweltregeln

Die einzelnen Regelwerke behandeln wir im Detail in unseren Beitraegen zu den IMO-CO₂-Regelungen 2026 sowie zu EEXI & UEFI einfach erklaert.

Bereit für Ihre Verschiffung?

Angebot anfragen